• Open Jerusalem

Open Jerusalem for Cooperation and Dialogue

«OJCD Basel» unterstützt ein trilaterales, transdisziplinäres Programm im Grossraum Jerusalem. Jerusalem als offene Stadt, die politisch geteilt aber physisch und funktionell offen sein wird, ist die gemeinsam getragene Vision. Diese Vision wird konkretisiert durch entsprechende soziale und städtebauliche Projekte wie auch durch interreligiöse, interkulturelle Aktivitäten. Damit soll ein Beitrag zur Verbesserung der Lebensbedingungen und des Zusammenlebens angestrebt und der Frieden in der Region gefördert werden.

Open Jerusalem ist ein trilaterales Projekt

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des palästinensischen „International Peace and Cooperation Center (IPCC)“ in Ost-Jerusalem

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des israelischen „Shasha Center for Strategic Studies“ der Hebräischen Universität in Jerusalem

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einer Expertengruppe aus Europa (inkl. EU) und der Schweiz (inkl. EDA), die das trilaterale Projekt mit technischen und diplomatischen Massnahmen fördert

OJCD Basel trägt zur Entwicklung dieser Projekte in Form einer kontinuierlichen Prozessunterstützung und internationalen Netzwerkarbeit bei. Darüber hinaus bietet es in Zusammenarbeit mit Partnern in Israel, interessierten Menschen ein Lernfeld für interreligiösen, interkulturellen Dialog, Kooperation und Co-Kreation.

OJCD ist ursprünglich von Pia Gyger und Niklaus Brantschen unter dem Namen „Jerusalem – Offene Stadt zum Erlernen des Weltfriedens“ gegründet worden.

Ausgangslage

Jerusalem ist für Juden, Christen und Moslems in Israel, aber auch weltweit als heilige Stadt von hoher Bedeutung. Zugleich liegt die Stadt im Fadenkreuz der Konflikte zwischen Palästinensern und Israelis.

Heute leben die jüdischen und die arabischen Bewohner Jerusalems sozial und ökonomisch quasi vollständig getrennt, und die fundamentalistischen Kräfte auf beiden Seiten gewannen an Stärke.

Aufgrund der hoch komplexen religiösen, politischen, historischen und wirtschaftlichen Situation fehlt es bis heute an probaten Problemlösungsstrategien. Die Verhandlungen scheiterten und führten zu einer fortwährenden Verschlechterung der Lebensbedingungen für Palästinenser und Israelis in funktioneller, wirtschaftlicher, sozialer und politischer Hinsicht.

Unsere Arbeit

OJCD Basel fördert die internationale Netzwerkarbeit, unterstützt im Rahmen der Projektentwicklung den Informationsfluss zwischen den israelischen und palästinensischen Partnern und den Experten, Vertretern von Organisationen, wissenschaftlichen Zentren oder politischen Repräsentanten in der Schweiz und in Europa und beteiligt sich an der Organisation von Workshops und Konferenzen in Europa und in Jerusalem. Darüber hinaus schafft es für interessierte Bewohner und Bewohnerinnen Jerusalems in Zusammenarbeit mit Partnern vor Ort eine neutrale Plattform für friedensfördernden Dialog, Kooperation und Co-Kreation.

Leitung

Heidi Albisser

Heidi Albisser Schleger, Dr. phil., MSc, ist seit 2010 für das Projekt tätig und dabei hauptsächlich für den Teilbereich der Cross-Border Cooperation verantwortlich. Sie studierte Psychologie und promovierte zum Thema Entwicklung, Implementierung und Evaluation einer multimodalen Ethik-Leitlinie.


Ralf Steigüber

Ralf Steigüber, M.A., arbeitete seit Juni 2008 hauptsächlich als Projektkoordinator für das so genannte frühere Jerusalem-Projekt und ist seit September 2012 Co-Leiter gemeinsam mit Heidi Albisser Schleger. Sein Studium der Politikwissenschaft, des Öffentlichen Rechts und der Soziologie absolvierte er an der Friedrich-Schiller-Universität Jena.


Affiliation und Gründer

Die Trägerschaft von „Open Jerusalem – For Cooperation and Dialogue“ ging im Sommer 2014 vom Lassalle-Institut zum Katharina-Werk Basel (ktw) über.

Pia Gyger (1940-2014), Mitglied des Katharina-Werks und von 1982-1994 dessen Leiterin, gründete das OJCD 2003 zusammen mit Niklaus Brantschen unter dem Namen „Jerusalem – Offene Stadt zum Erlernen des Weltfriedens“.

Das Katharina-Werk wurde 1913 in Basel gegründet und ab 1977 von Pia Gyger spirituell und strukturell erneuert. Es ist heute eine ökumenische Gemeinschaft mit interreligiöser Ausrichtung für Frauen und Männer mit unterschiedlichen religiösen Hintergründen, sowohl allein als auch in Partnerschaften und Familien lebend. Im Fokus seiner verschiedenen Engagements, Projekte und Bildungsangebote steht die Arbeit an Versöhnungsprozessen – in persönlichen, sozialen, internationalen und interreligiösen Kontexten.

Kooperationspartner

Aktuell engagieren sich neben den beiden Kooperationspartnern in Jerusalem auch Experten aus der Schweiz und aus Europa.

Kooperationspartner Jerusalem

Prof. Dr. Shlomo Hasson, Leiter des israelischen Shasha Center for Strategic Studies, Hebräische Universität und des Futura Institute (FI), Jerusalem, Israel
Dr. Rami Nasrallah, Leiter des palästinensischen International Peace and Cooperation Center (IPCC), Ost-Jerusalem, Israel

Prof. Dr. Shlomo Hasson ist Gründer und Vorsitzender des israelischen Futura Institute (FI) und seit Ende 2012 Leiter von The Shasha Center for Strategic Studies, Hebräische Universität, Jerusalem, Israel. Seit über 20 Jahren arbeitet er zusammen mit Dr. Rami Nasrallah an verschiedenen Projektinitiativen zur Unterstützung einer friedlichen Koexistenz der israelischen und palästinensischen Bürger im Grossraum Jerusalem. Seit 2006 kooperiert er aktiv OJCD.

Bis Ende 2012 war Shlomo Hasson Professor für Geographie an der School of Public Policy, Leon Safdie Chair am Institute of Urban and Regional Studies. Er war mitbeteiligt am nationalen Masterplan für Israel und an den Metropolitanplänen für Tel Aviv und Jerusalem. Seine Expertise liegt in geopolitischen und soziopolitischen Studien, strategischer Planung und Städtebau.

Dr. Rami Nasrallah ist Gründer und Vorsitzender des palästinensischen International Peace and Cooperation Center (IPCC). Er steht seit über 20 Jahren in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Shlomo Hasson. Mit OJCD kooperiert er seit 2006.

Das IPCC ist eine palästinensische, gemeinnützige Organisation mit Sitz in Ost-Jerusalem. Mit seinen Initiativen zur Entwicklung sozialer, kultureller, politischer und wirtschaftlicher Prozesse unterstützt das IPCC eine friedliche, demokratische und ökonomisch florierende Zukunft des palästinensischen Volkes. Rami Nasrallah studierte Städteplanung an der TU Delft (Niederlande), wo er auch promovierte. Er war Forschungsstipendiat am Middle East Institute der National University in Singapur und wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt "Conflict in Cities" an der Universität Cambridge. Seine Expertise liegt im Städtebau sowie in Fragen der politischen und sozialen Entwicklung der palästinensischen Gesellschaft.

Unterstützende Institution, Jerusalem
Office of the Quartet Representative, Jerusalem

Kooperationspartner Schweiz

Das trilaterale Projekt wird durch das Eidgenössische Departement für Auswärtige Angelegenheiten (EDA) wie auch die Universität Basel unterstützt. Zudem leisten einzelne Persönlichkeiten wie etwa Dr. Peter Hess, Wirtschaftsanwalt, Alt-Nationalrat und ehemaliger Nationalratspräsident, und Dr. Hans Martin Tschudi, Konsulent bei Furer & Karrer Rechtsanwälte, Basel, ehemaliger Regierungsrat des Kantons Basel – Stadt und Lehrbeauftragter an der Uni St. Gallen für Grenzüberschreitende Zusammenarbeit, wertvolle Unterstützung.

Kooperationspartner Europa & USA

Folgende Organisationen aus Europa und den USA unterstützen die Projektentwicklung: Europäische Kommission, Arbeitsgemeinschaft für Europäische Grenzregionen (AGEG), Niederländische Ministerium für Infrastruktur und Umwelt, Technische Universität Delft,sowie A.T. Kearny, USA.

Projekte

Das trilaterale Programm leistet einen Beitrag zur Wiederherstellung der Lebensqualität und der Verständigung zwischen Palästinensern und Israelis im Grossraum Jerusalem. Dabei stützt es sich auf Methoden zur Überwindung der urbanen, sozioökonomischen und kulturellen Gräben zwischen den beiden Communities und fördert damit die konstruktive Zusammenarbeit und das Zusammenleben in der Stadt.

Es reagiert mit unterschiedlichen Projekten auf eine komplexe multidimensionale Problemstellung. Die Entwicklung der Teilprojekte profitiert von gegenseitigen Synergien. Mit der Unterstützung und der Mitarbeit persönlich engagierter, multidisziplinärer Experten bei der Projektentwicklung ist über die Jahre ein Prozess der Vertrauensbildung in Gang gekommen, welcher die Kooperationspartner in Jerusalem ermutigt, sich trotz der diffizilen Ausgangssituation für eine friedvolle Koexistenz zwischen Israelis und Palästinensern einzusetzen.

Urban Development

Urban Development ist ein Projekt des International Peace and Cooperation Center (IPCC). Eine multidisziplinäre Expertengruppe hat ein „Social Business Model“ entworfen, um Bedingungen zu schaffen, unter denen der Bau von Kindergärten, Schulen, Krankenhäusern und bezahlbarem Wohn- und Gewerberaum in Ost-Jerusalem realisiert werden kann.

Mit massgeblicher Unterstützung des EDA und ausgewiesener Experten aus der Privatwirtschaft konnten vor kurzem die zur Implementierung notwendigen Kontakte zu Banken, Investoren und politischen Institutionen hergestellt werden.

Grenzüberschreitende Zusammenarbeit (Cross-Border Cooperation)

Die Mauer prägt das Bild der Trennung, auch in Jerusalem. In Europa wurde nach dem 2. Weltkrieg zur Unterstützung und Förderung des friedvollen Zusammenlebens die Initiative der „Grenzüberschreitenden Zusammenarbeit“ von privater Hand initiiert. Zwischenzeitlich hat sich die „Kooperation über Grenzen hinweg“ auf regionaler, überregionaler, wissenschaftlicher und politischer Ebene als massgebliches Instrument zur Sicherung von Stabilität und Wohlfahrt in Europa erwiesen.

In Anlehnung an diese Initiative bringen das palästinensische IPCC und das israelische Shasha Center, unterstützt von einem internationalen Expertenkonsortium sowie der Europäischen Kommission und der „Arbeitsgemeinschaft für Europäische Grenzregionen (AGEG) den Aufbau palästinensisch-israelischer Kooperationsprojekte voran, um „Brücken des Friedens“ zu schaffen und die Vision der offenen Stadt zu konkretisieren. Nachfolgend die Etappen der Projektentwicklung seit 2011:

Projektinitiierung


März 2011
Expertenworkshop: Europainstitut, Universität Basel. Titel: „Grenzüberschreitende Zusammenarbeit”. Teilnehmende u.a. Prof. Dr. G. Kreis, Prof. Dr. L. Goetschel und Prof. Dr. A. Bodenheimer (alle Universität Basel)

März 2012
Forschungsreise zu verschiedenen Organisationen in Europa: Zur Vertiefung und Elaboration der Erkenntnisse wurde eine mehrwöchige Forschungsreise von Prof. Hasson zu regionalen, nationalen und überregionalen Organisationen und wissenschaftlichen Zentren sowie zu politischen Repräsentanten der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit in Europa unternommen, darunter auch zu Vertretern der Europäischen Kommission und des Europarates.

März 2012
Expertenworkshop: Europainstitut, Universität Basel: Titel: “Potential and Limits of Inspiration?” Interprofessionelles Expertentreffen u.a. mit Peter Maurer, ehemaliger Staatssekretär des Eidgenössischen Departements für Auswärtige Angelegenheiten (EDA).

November 2012
Jerusalem-Konferenz, in Jerusalem: Titel: “Jerusalem Open City: European Cross Border Cooperation – Lesson and Strategic Recipe for Jerusalem”. Teilnehmende: 40 Palästinenser, Israelis und Vertreter Europas, u.a. auch Vertreter der Europäischen Kommission, der Arbeitsgemeinschaft Grenzüberschreitender Zusammenarbeit (AGEG) und eine Schweizer Delegation.


Projektkonzeption: Bildung eines Internationalen Konsortiums und Konkretisierung Projektplan


Januar 2013
Treffen in Brüssel: Als ein Resultat der Konferenz haben sich Vertreter der EU bereit erklärt, Dr. Nasrallah und Prof. Hasson nach Brüssel einzuladen. Dieses Treffen mit Kommissionsvertretern diente der Vertiefung der Kooperation.

August 2013
Expertenworkshop Europainstitut, Universität Basel unter der Leitung von Prof. L. Goetschel

Aug. 2013-Febr. 2014
Bildung eines Internationalen Konsortiums und Konkretisierung Projektplan: u.a. mit Unterstützung durch das Office of the Quartet Representative in Jerusalem, die Delft University of Technology, das Dutch Ministry of Infrastructure and the Environment und die Europäische Kommission, v.a. Directorate General for Regional Policy (DG Regio) und European External Action Service (EEAS).

12. Juni 2014
Trilateraler Workshop in den Niederlanden zum einen mit dem Ministerium für Infrastruktur und Umwelt in Den Haag und mit Experten der TU Delft

16.,17. Juni 2014
Treffen mit Vertretern der Europäischer Kommission, Brüssel, v.a. Directorate General for Regional Policy (DG Regio) und European External Action Service (EEAS), DevCo ENI (DG Development and Cooperation, European Neighbourhood Instrument), DevCo, Peace Programme, Committee of the Regions: EGTC Platform, ARLEM Secretariat (Euro-Mediterranean Regional and Local Assembly)

06.-09. Oktober 2014
Teilnahme an “Open Days Seminar”, Europäische Kommission in Brüssel

20. Oktober 2014
Projektpräsentation bei der ECOTER Kommission an der ARLEM Konferenz in Málaga

09. Dezember 2014
Treffen mit Vertretern der Europäischer Kommission, Brüssel

 

Empowerment, Workshops (2012, 2013, 2014)

In Jerusalem werden in Zusammenarbeit mit Partnern vor Ort regelmässig Workshops zur Unterstützung des interreligiösen und interkulturellen Dialogs durchgeführt.

Chronik

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Gründung des Open Jerusalem Projekts durch Pia Gyger und Niklaus Brantschen in 2003

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Konferenz mit palästinensischen und israelischen Vertretern in Bad Schönbrunn in 2006

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Rami Nasrallah und Shlomo Hasson stellen 2008 ihre Strategie „Successful Jerusalem“ im Lassalle-Institut in Bad Schönbrunn im Rahmen des Open Day vor

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Beginn der offiziellen Kooperation zwischen dem IPCC, dem Futura-Institute und dem Jerusalem-Projekt des Lassalle-Instituts in 2008

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Als akkreditierte NGO beim DPI und beim ECOSOC vermittelt das Lassalle-Institut Treffen mit Vertretern der Vereinten Nationen in New York in 2009

Kontakte

Open Jerusalem Program



Fragen und Anregungen nehmen wir gerne unter info@ojcd-basel.ch entgegen.